Das Wunder der Heliane

Neuerdings hat sich eine weitere Oper zu einer meiner Lieblingsopern entwickelt. Wobei das "neuerdings" nicht wirklich korrekt ist. Ich habe sie wohl für mich wieder entdeckt ...

 

Am 06. November 1988 habe ich im Bielefelder Stadttheater die Premiere von Erich Wolfgang Korngolds Oper DAS WUNDER DER HELIANE in einer Inszenierung von John Dew erlebt.

 

Die Heliane, gesungen von Ingeborg Schneider, war phänomenal. Diese Oper blieb mir vom ersten Aufführungsbesuch an immer als eine ganz aufregende und musikalisch sehr spannende in Erinnerung. Leider hatte ich später nie wieder die Gelegenheit, diese Oper auf irgend einer Bühne wiederzusehen. Ich kann nur sagen, daß den Theatern dieser Welt etwas verloren geht, ohne eine Aufführung dieser Korngold-Oper und ich empfehle jedem Leser einen Besuch dieser Oper, sollte sie in seiner Nähe aufgeführt werden ... Irgendwann. Irgendwo.

 

Glücklicherweise gibt es eine CD-Gesamtaufnahme mit Anna Tomowa-Sintow in der Titelrolle. Meiner Meinung nach kann diese Aufnahme leider nur einen Einblick in die schöne Musik geben, weil sie für meinen Geschmack "nur" Oberfläche anbietet. Gesang nach Noten. Ohne Emotionen. Lau aber schön. Somit kann für mich die CD- Einspielung einen Vergleich mit der damaligen Aufführung in Bielefeld nicht bestehen. Damals hat Ingeborg Schneider "um ihr Leben" gesungen. Die damalige übrige Besetzung stand ihr in Nichts nach ... 

 

Im Jahr 2010 wird DAS WUNDER DER HELIANE endlich wieder auf die Bühne gebracht. Das Pfalztheater Kaiserslautern gräbt dieses Werk erneut aus. Die Premiere wird dort am 10. April 2010 in einer Inszenierung von Johannes Reitmeier stattfinden und die musikalische Leitung wird der dortige GMD Uwe Sandner haben. Ich freue mich sehr auf den Besuch dieser Opernrarität ...

 

 

 

Handlung Deutsch

1. Akt  

Ein Fremder hat Leben und Freude in das tyrannisch regierte Land des Herrschers gebracht. Er wird eingekerkert. Der Herrscher besucht ihn im Gefängnis und will die Gründe seines Handelns wissen. Er wolle die Menschen glücklich machen, sagt der Fremde. Dazu seien sie nicht reif, meint der Herrscher: Wegen Aufwiegelung wird der Fremde zum Tod verurteilt, am nächsten Tag soll er hingerichtet werden. Vergebens fleht er um sein Leben. Seine Fesseln werden für die letzte Nacht gelöst. Da erscheint Heliane, die Frau des Königs und tröstet den Gefangenen; beide verlieben sich ineinander. "Gehöre mir", bittet der Fremde, und Heliane lässt ihr Kleid fallen. Da kommt der König zurück und will den Fremden begnadigen, wenn er die Königin lehre, ihn, den König zu lieben. Als er die fast nackte Heliane sieht, ruft der die Wachen. Sie soll sofort hingerichtet werden.

 

 

2. Akt  

Richter und Henker werden durch die Botin herbestellt; auch der blinde Schwertrichter erscheint. Der Herrscher klagt seine Frau des Ehebruchs an. Nackt wie sie gewesen, jedoch sein in Gedanken, gesteht die Königin. Ihr Gatte gibt ihr einen Dolch, sie soll sich töten. Der Fremde wird geholt, um Zeugnis abzulegen. Er will Heliane allein sprechen, küsst sie und stösst sich den Doch in die Brust. Die Wahrheit, die der Herrscher von ihm erfahren wollte, bleibt für immer verborgen. Da verlangt der Tyrann von Heliane, den Toten zum Leben zu erwecken, damit er für sie zeugen könne. Heliane sagt entrückt zu.

 

 

3. Akt  

Vor der Burg steht die Totenbahre, Herrscher, Richter und Volk warten. Feierlich schwört Heliane, den Toten zu erwecken, bricht jedoch vor der Leiche zusammen. Er habe sie, und sie ihn geliebt. Da aufgehetzte Volk will sie verbrennen, der Herrscher hält es zurück. Er möchte Heliane retten, wenn sie ihm angehöre. Doch er wird zurückgewiesen und überlässt seine Frau der Menge. Diese, aufgehetzt von der Botin, die Gott und die Liebe schmäht, will Heliane zum Scheiterhaufen schleppen. Da ertönt ein Donnerschlag, Licht erhellt die Szene. Der Fremde erhebt sich von der Bahre, Volk und Herrscher sind gebannt. Der König stösst Heliane, die sich an die Knie des Fremden schmiegt, das Schwert in die Brust, aus dessen Spitze blutrotes Licht springt. Er wird von dem Fremden, der das Volk segnet, fortgewiesen, seine Macht ist zu Ende. Geminsam mit Heliane steigt der Fremde gen Himmel.

 

 

 

Handlung Englisch

Act one

The Ruler exercises a grim and despotic power over his country. Since he is unable to win the love of his wife Heliane, he feels that his subjects, too, hould suffer, and will not tolerate them living in happiness. A Stranger has appeared in the land and attempted to bring joy to the people, but has been thrown into prison as a result. Sentenced to death for stirring up trouble, he is due to be executed the following day. The ruler visits him in his cell, wishing to find out the reasons for his actions. The Stranger's pleas for reprieve go unheard, although he is permitted to spend his last night on earth unchained. After the Ruler has left, Heliane comes into the cell, wishing to comfort the Stranger. Her feelings of pity gradually turn to those of love. Responding to the Stranger's entreaties for last taste of beauty, Heliane reveals to him first her golden hair, then her small white feet, and finally her naked body. He begs her to give herself to him on this last night of his life; this she refuses, but instead goes into the adjacent chapel to pray for him. The ruler returns to the cell. He now proposes that if stranger can teach Heliane to love him, her husband, he will offer the Strange not only his life, but also Heliane herself. At this point Heliane returns, still naked. The Ruler orders the Stranger's death and Heliane's immediate trial.

 

Act two

The ruler and the woman Messenger (once briefly the Ruler's lover, but now rejected by him) await the arrival of the executioner, six judges and the blind Chief Justice. Heliane in on the trial for her life. The Ruler accuses his wife of adultery with the Stranger. Heliane cannot deny that se was found standing naked in front of the Stranger, but insists that she gave herself to him in thought only. The Ruler presses a dagger on Heliane and order that she should kill herself. The stranger is the brought in to testify, but he refuses to speak and insists on being left alone for some moments with Heliane. He kisses her, then takes the dagger and kills himself: It is now impossible for the Ruler to discover what really happened in the prison. He decides to put Heliane to the test before God: If she in not guilty, as she claims,then, she will be able to bring the Stranger back to life. Half in a trance, Heliane says that she is willing to undergo this trial.

 

Act three

A vast crowd of people has gathered before the castle, waiting for the Ruler, the Judges and the blind Chief Justice, who arrive to witness Heliane's attempt to bring the dead Stranger back to life. The Messenger incites the people to violence against Heliane. When put to the test, Heliane cannot lie: she breaks down and admits that she did indeed love Stranger. The Ruler is anxious to save Heliane - but on the condition that she will finally be his. Heliane refuses this last chance, and people now lead her away to the stake. The excited crowd is startled by a clap thunder. Stars begin to appear in the sky. Everyone is astounded to see the corpse of the Stranger rise up, transfigured, from the funeral bier. Heliane runs into his arms and the Ruler beside himself, plunges his sword into her breast. The Stranger blesses the people and dismisses the Ruler, whose power has now been broken. Heliane and the Stranger united in the unshakeable love, rise to heaven and bliss. *

 

 

Quelle *: http://www.korngold-society.org