Westfälische Rezepte

Welfenpudding

½ l Milch
120 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
40 g Speisestärke
4 Eier (getrennt)
1 EL Zitronensaft
¼ l Weißwein
10 g Speisestärke

Zubereitung:

  • Die Milch (2 bis 3 EL zum Anrühren der Speisestärke zurücklassen) mit 40 g Zucker, Vanillezucker und Salz aufkochen.
  • Die Speisestärke mit dem Milchrest anrühren und in die Milch einrühren.

  • Den Flammerie unter kräftigem Rühren aufkochen lassen, erst dann das steifgeschlagene Eiweiß unterheben.

  • Den Flammerie in eine Glasschale füllen (höchstens halbvoll) und kalt werden lassen.

  • Für den Weinschaum gibt man die Eigelbe, 80 g Zucker, Zitronensaft, Wein, mit Milch angerührte Speisestärke in einen engen hohen Topf und verrührt die Zutaten.

  • Unter Rühren wird die Masse auf milder Hitze so lange erhitzt, bis sie aufsteigt und schaumig wird.

  • Den Topf vom Herd nehmen, den Weinschaum noch etwa 5 Minuten weiterschlagen, bis er etwas abgekühlt ist.

  • Dann löffelweise auf den weißen Flammerie heben.

  • Der Flammerie muss schon kalt sein, wenn der Weinschaum daraufgegeben wird, sonst mischt er sich mit dem Schaum und wird wieder dünn.

Wegen dem unteren weißen Milchpudding und dem aufliegenden gelben Weinschaum erhält der Pudding die Farbe der Welfen, was ihm den Nemen gibt.

 

 

Graupensuppe

120 g Perlgraupen
4 – 5 Möhren
1 Sellerie
1 Kohlrabi
1 Blumenkohl
3 – 4 Kartoffeln
1 Stange Lauch
1 Zwiebel
1 Bund Petersilie
1 kg Suppenfleisch
ca. 1 Liter frische Fleischbrühe
Salz und Pfeffer

einige Blätter Liebstöckel („Maggi-Kraut“) oder Maggi aus der Flasche nach Belieben

Zubereitung:

    • Das Suppenfleisch waschen und in ca. 1 l Wasser zum kochen bringen und garen. 
    • Zwiebel schälen und fein hacken. Gemüse und Kartoffeln waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden.
    • Graupen, Kartoffeln, Zwiebel und Gemüse in die Fleischbühe geben und mitgaren.
    • Fleisch aus der Brühe nehmen und in kleine Würfel schneiden.
    • Die fertigen Graupen abgießen und in einem Sieb unter fließendem kaltem Wasser so lange abspülen, bis das Wasser klar bleibt. Graupen un dklein geschnitteenes Fleisch zur Suppe geben und alles kurz durchziehen lassen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und mit Petersilie bestreut servieren.

Die Suppe wird klarer und nicht so sämig, wenn man die Graupen vorher wäscht und separat kocht und so lange abspült, bis das Wasser wieder klar ist.

Früher gehörte die Graupensuppe zum Standardrepertoire deutscher Hausmannskost, in den Städten wie auf dem Lande. Sie ist sättigend, lecker und kostengünstig. Im Zuge der Rückbesinnung auf traditionelle Gerichte hat die Graupensuppe in vielen Haushalten und Restaurants wieder Einzug gehalten.

 

 

Pickert

500 g Kartoffeln
500 g Mehl
etwas kochende Milch
25 g frische Hefe
1 Teelöffel Salz
Rosinen (Menge nach Wahl)
5 Eier

Zubereitung:  

  • Die rohen geschälten Kartoffeln müssen mit einer Küchenreibe zu einem Brei gerieben werden.

  • Geben Sie diesen zusammen mit den Eiern und den Rosinen in eine Schale und verrühren alles miteinander.
  • Beim Rühren geben Sie langsam das Mehl hinzu.
  • Lösen Sie dann die Hefe in 100-150 ml Wasser auf und geben Sie dies zusammen mit einem Teelöffel Salz in die angerührte Masse.
  • Alles nocheinmal schön verrühren und mit einem Handtuch bedeckt eine Stunde lang gehen lassen.
  • Nun können Sie den Teig in eine heiße Pfanne (mit Öl bedeckt, oder Schmalz) geben und goldbraun backen.

Der Ur-Pickart wurde ohne Rosinen hergestellt.

Der Pickert wird warm verzehrt - mit Leberwurst, Rübenkraut oder auch mit Butter. Aber am liebsten mit Rübenkraut. Dazu reicht man heißen Kaffee.

 

"Wat'n aulen Lipper es, de kann sich keunen Sunndag eohne Pickert denken. Pickert hoiert teo'n Sunndage os de Kuckuck teon Freohjohrswaule un os de Bruím teo er Briut."

 

Pickert gilt als das typisch ostwestfälische Kartoffelgericht seit dem 18 Jahrhundert. Der Name stammt vom plattdeutschen "picken" für "ankleben" ab.

 

"Westfälischer Pickert", auch bekannt als "Lappenpickert", hat ebenfalls geriebene Kartoffeln als Grundlage. Hinzu kommen Mehl, Eier, Milch und Salz. Die Zubereitung und das langsame Backen erfolgt auf einer so genannten "Pickertplatte" aus Gusseisen (wird meistens vererbt und ist kaum im Handel erhältlich). Darauf werden zum Einfetten dünne Scheiben von geräuchertem, fettem Speck gelegt. Anschließend wird der Teig auf der Platte in runden Portionen von etwa zehn Zentimetern Durchmesser dünn verteilt. Bei wenig Hitze lässt man ihn beidseitig bräunen.1

 

In der Variante des "Kastenpickert", die im Raum Bielefeld und Gütersloh recht verbreitet ist, wird dieser hingegen in einer Kastenkuchenform ähnlich einem Brot gebacken, nach dem Auskühlen in Scheiben geschnitten und diese in einer Pfanne mit heißem Fett gebraten. Gegessen wird der Westfälische Pickert mit (möglichst gesalzener) Butter oder Rübenkraut. Dazu wird häufig Bohnenkaffee gereicht.1

Quelle 1: Öffnet externen Link in neuem FensterWikipedia

 

 

Püfferchen

100 g Zucker

500 g Mehl

50 g Butter

100 g Rosinen

40 g Hefe

375 ml Milch

1 Prise(n) Salz

3 Stk. Eier

Zubereitung:

  • Hefe mit der lauwarmen Milch verrühren.
  • Mehl in eine Schüssel geben.
  • Eier, Zucker, Salz, Butter und die Hefemilch dazugeben, alles verkneten, Rosinen unterkneten und den Teig 1 Std. gehen lassen.
  • Mit dem Löffel Püfferchen (ca. eßlöffelgroß) in die Pfanne geben und in Öl ausbacken.

Auch zu Püfferchen paßt hervorragend das leckere Rübenkraut.

 

 

Blind Huhn 

250 g getrocknete weiße Bohnen

1,5 l Wasser

250 g durchwachsener Speck

300 g Karotten

400 g grüne Bohnen

300 g Kartoffeln (festkochend)

2 Äpfel (200 g)

2 Birnen (250 g)

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

2 Zwiebeln

Öl zum Braten

1 Prise Zucker

1 Bund Petersilie

Zubereitung:

  • Die Bohnen am Vortag waschen und in einen großen Topf geben.

  • 1,5 Liter Wasser dazu geben, abdecken und über Nacht einweichen lassen.
  • Am nächsten Tag die Bohnen aufkochen lassen.
  • 1 halbe Stunde köcheln lassen.
  • Den Speck zu den Bohnen geben.
  • 1 halbe Stunde köcheln lassen.
  • Die Karotten schrappen, den Stielansatz und die Spitze abschneiden und in Scheiben schneiden.
  • Die Bohnen waschen, verlesen und die Enden abschneiden. Wer mag kann die Bohnen halbieren.
  • Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden.
  • Die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse und den Stielansatz herausschneiden und grob würfeln.
  • Die Birnen schälen, längs vierteln, das Kerngehäuse und den Stielansatz herausschneiden und grob würfeln.
  • Die Karotten, die grünen Bohnen die Kartoffeln, die Äpfel und die Birnen zu dem Eintopf geben und verrühren.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • 1 halbe Stunde köcheln lassen.
  • Die Zwiebeln pellen und würfeln.
  • Öl in einer Pfanne erhitzen.
  • Die Zwiebeln in der Pfanne anbraten bis sie etwas Farbe ziehen.
  • Die Zwiebeln kurz vor Ende der Garzeit zu dem Eintopf geben.
  • Den Speck aus dem Topf nehmen und in Scheiben schneiden.
  • Die Petersilie waschen, trocknen, die groben Stiele abschneiden und grob hacken.
  • Die Petersilie mit dem Eintopf servieren.

Das westfälische Blindhuhn beinhaltet gar kein Huhn, wie man vermuten würde, sondern durchwachsenen Speck. Es ist ein traditionelles Eintopfgericht, das nicht nur in Westfalen gern gegessen wird. Dazu passen gebratene Blutwurstscheiben, die man über den Eintopf legt.

 

 

Platenkuchen

300 g Mehl
1 Ei
1 Hefewürfel
Prise Salz
30 g Butter
1 EL Zucker
30 ml Milch (lauwarm)
1 Tüte gehobelte Mandeln

100 g Butter (zimmerwarm)

150 g Zucker und Mandeln miteinander vermischen

nach Belieben etwas süße oder saure Sahne zum Drübergeben

Zubereitung:

  • Mehl in eine Schüssel sieben.
  • In die Mitte eine Mulde machen und darin die Hefe hineinbröseln. Zucker
    draufstreuen und das warme Wasser-Milch-Gemisch draufgeben. Mit einer
    Gabel Hefe mit der Milch-Wassermischung verkleppern und dabei etwas
    Mehl mit unterarbeiten. Dann Butter auf den Mehlrand setzen und das Ei zufügen.
  • Abgedeckt gehen lassen, bis man sieht, die Hefe beginnt zu arbeiten.
  • Nun das restliche Mehl, Butter, Ei unterarbeiten und gehen lassen, bis sich
    der Teig verdoppelt hat.
  • Ein Kuchenblech mit Backpapier auslegen und den Teig darauf ausbreiten.
  • Wieder gehen lassen bis das ganze 2 cm hoch ist.
  • In den Teig überall Vertiefungen einarbeiten und die Butterflöckchen darein legen.
  • Abschließend das Gemisch aus Zucker und Mandeln gleichmäßig über das ganze Blech verstreuen und bei 160 Grad ca. 25 Min abbacken.
  • Nach Belieben auf den heißen Kuchen die Sahne geben.

Platenkuchen oder Plattenkuchen? Es ist also sicher eine regionale Schreibweise, hier eine "niederdeutsche". Es könnte mit dem englischen "plate" zusammenhängen. Hier in Westfalen ist der Platenkuchen (respektlose Personen sagen auch Beerdigungskuchen) sehr bekannt und beliebt und er darf an keiner Festivität fehlen.

 

 

Steckrübeneintopf

1 - 1,5 Kg Steckrüben
1 Kg Möhren
1 - 1,5 Kg Kartoffeln
0,5 Kg fetter und durchwachsener Speck

4 Mettendchen

Salz
Pfeffer
Zubereitung:

  • Steckrüben in kleine Stücke schneiden, Möhren schälen und klein schneiden, und Kartoffeln geschält klein schneiden!
  • Alles im Topf Salzwasser weich kochen! Das ganze Gemüse in einem großen Topf geben und stampfen, bis der Eintopf sämig wird! 
  • Speck dünsten und zusammen mit in dünne Scheiben geschnittene Mettendchen in den Eintopf geben.
  • Langsam kochen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Zum Schluss wird nach Belieben noch etwas Kümmel dazu gegeben.
  • Gesamte Kochzeit beträgt etwa 50 Minuten.

 

 

Bratkartoffeln

1kg festkochende Kartoffeln

100 g durchwachsener Speck

50g fetter Speck

1 - 2 große Zwiebeln

2 EL Butterschmalz oder Margarine

Salz   

Pfeffer

Zubereitung:

  • Kartoffeln schälen, waschen und in gleichmäßige dünne Scheiben schneiden.

  • Den Speck und die Zwiebeln fein würfeln.

  • Schmalz oder Margarine in eine große Bratpfanne geben und auslassen.
  • Kartoffelscheiben dazu geben und bei mittlerer Hitze gut 5 Minuten auf einer Seite braten, salzen.
  • Den Speck mit den Zwiebeln dazugeben.

  • Die Kartoffeln wenden. Sobald sie von allen Seiten goldbraun sind, mit Salz und Pfeffer würzen.

  • Insgesamt etwa 15 Minuten braten.  

Dazu passen ganz hervorragend Spiegeleier und Gewürzgurke oder Frikadellen oder Leberkäse oder Sülze mit Remuladensoße.

 

 

Reibeplätzchen

1 kg geschälte Kartoffeln

1/2 Teel. Salz

1 Essl. Mehl

1 Ei

1 kl. Zwiebel

Olivenöl zum Braten

Zubereitung:

  • Die geschälten Kartoffeln mit der abgeschälten Zwiebel auf einer Reibe oder in der Küchenmaschine schön fein reiben.
  • Ein Sieb auf eine Schüssel legen, die Kartoffelmasse in das Sieb geben und gut 10 Minuten die Masse ablaufen lassen.
  • Das Ei, das Mehl, das Salz sowie die abgetropfte Kartoffelmasse in eine saubere Schüssel geben.
  • In der vorigen Schüssel hat sich mittlerweile ein Kartoffelsatz gebildet. Das direkte Kartoffelwasser abschütten und diesen Kartoffelsatz zur Masse hinzu geben. Alles gut miteinander vermischen.
  • Öl in die Pfanne geben und esslöffelweise jeweils Kartoffelplätzchen in der Pfanne formen.
  • Bei hoher Temperatur jeweils goldbraun ausbacken. Dann die fertigen Reibekuchen auf einen Teller, versehen mit Haushaltspapier, geben und diese dort kurz abtropfen lassen.

Mit (selbstgemachten) Apfelmus oder Apfelkompott und Schwarzbrot oder Pumpernickel servieren.